Sieben Jahre nach Anfang der SSPX Verzweiflung und Verbitterung

Prof . Dr . Manfred Erren

Hebelstr . 34

D— 7840 Müllheim (Baden)

 

An Hochw . Herrn

P . Laroche

Priorat St -Niklaus von der Flüe

CH-461 3 Rickenbach (SO)

 

Müllheim , den 14.11.1983

 

Hochwürdiger Herr Pater,

mit diesem Brief bestätige ich den Erhalt Ihrer telephonischen Auskunft, daß die Priesterbruderschaft St. Pius X. beschlossen hat, uns keine Priester mehr zu schicken, weil wir im Bereich unsres Meßzentrums die Zeitschrift “Kyrie eleison” anbieten, in welcher, wie Sie behaupten, Verleumdungen gegen die Priesterbruderschaft zu lesen seien .

Ich will diese vielleicht letzte Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, Ihnen darzulegen welche Urteile und Gefühle dieser Abschied der Priesterbruderschaft von unserem Meßzentrun bei uns hinterläßt.

Sie persönlich, Herr P. Laroche, haben in unserer kleinen Gemeinde mit Ihrer bescheidenen und zu verlässigen Hilfsbereitschaft, Ihrem zurückhaltenden Benehmen, Ihren guten Predigten und Ihrem erfolgreichen Bemühen um die deutsche Sprache einen sehr guten Eindruck gemacht. Der wird sich wohl auch nicht ändern, wenn Sie jetzt fernbleiben.

Aber die Entscheidung der Priesterbruderschaft gegen unser Meßzentrum dessen Besucher “Kyrie eleison” zum allergrößten Teil gar nicht lesen, kommt einer Exkommunikation nahe. Haben Sie sich das überlegt? Ich habe Sie schon am Telephon darauf aufmerksam gemacht, daß der mindestens teilweise, soweit es an Ihnen liegt sogar vollständige Entzug der Sakramente doch wohl eine ungerechte Strafe darstellt, selbst wenn die Verleumdungen tatsächlich geschehen wären. Ich habe Ihnen außerdem gesagt, daß man selbst zum Verleumder wird, wenn man Beschuldigungen, die ein anderer gegen einen erhebt, ohne weiteres Verleumdungen nennt, und daß nur ein unparteiischer Beurteiler entscheiden kann, wer jetzt verleumdet, “Kyrie eleison” oder die Priesterbruderschaft. Sind die Gläubigen des Meßzentrums nicht eigentlich unparteiischer als Sie, können sie nicht selbst am besten sehen, wessen untadeliges Verhalten jeden Verleumder Lügenstraft, und welche Vorwürfe sich mit immer neuen Nachrichten von immer mehr unverdächtigen Zeugen bestätigen? Wäre es bei dieser Lage nicht richtiger und den uralten Gewohnheiten der heiligen Kirche entsprechender gewesen, erst einmal den Gläubigen unseres Meßzentrums, solange sie noch unparteiisch waren, den eigenen Standpunkt darzustellen     – wenn Sie wirklich ein guter Hirte sein wollen und ihr Gewissen Sie von den gegen Sie erhobenen Anschuldigungen freisprechen konnte – wäre das nicht besser gewesen als gleich zu strafen und dabei allen Weizen zusammen mit dem Unkraut auszureißen, nur weil wir Vorwürfe gegen die Priesterbruderschaft zur Kenntnis genommen und nicht leichtfertig zurückgewiesen haben?

Sie haben am Telephon gemeint, es werde ja doch nichts helfen, wenn Sie gegen die Verleumdungen in der Predigt Stellung zu nehmen versuchen; und ich habe Ihnen darin zugestimmt, weil ich es schon seit Jahren miterleben muß, daß die Priesterbruderschaft gegen die von verschiedenen Seiten gegen sie erhobenen Vorwürfe nichts Überzeugendes vorzubringen hat. Ich traue Ihnen eine überzeugende Predigt also tatsächlich nicht zu .

Aber wie schön wäre es doch, wenn ich mich darin irrte! Wenn sich herausstellte, daß die behaupteten Tatsachen nicht zutreffen, das kritisierte Verhalten der Priesterbruderschaft vertret— bare Gründe hat, und die Ereignisse ihr recht geben! Wie befreit wären wir da alle!

Die Priesterbruderschaft St -Pius X.  ist vor etwa sieben Jahren von den Katholiken der ganzen Welt, auch von mir, mit Begeisterung und Genugtuung begrüßt worden und hat große Hoffnungen erweckt. Vieles davon wirkt heute noch nach, denn Hoffnungen, für die man jahrelang geopfert, nicht nur Geld, sondern auch die Freizeit von Lebensjahren und einen unwiederbringlichen Teil des persönlichen Ansehens in Verwandtschaft und Bekanntschaft, auch des Ansehens, das man als Vater bei seinen Kindern hat, eingesetzt: hat, solche Hoffnungen gibt man nicht wegen ein paar frecher Verleumdungen auf, das können Sie mir glauben; nicht einmal wegen einer zunehmenden und wachsenden Lawine von bitteren Erfahrungen und Einsichten, solange sich diese Lawine noch irgendwie aufhalten lädt. Aber die Priesterbruderschaft strahlt heute keine Hoffnung mehr aus, sie erwirbt kaum noch neue Anhänger; sie hat die bisherigen und früheren Anhänger in vielem bitter enttäuscht, viele sogar unvergeßlich beleidigt und gekränkt. Der schon seit der Zeit des Konzils gegen die häretischen Reformen kämpfende Priester P. Noel Barbara, der trotz einiger Schwächen und Irrtümer doch hoher Ehren wert ist, hat schon vor einiger Zeit in einem Heft der Zeitschrift “Fortes in Fide” unter dem Titel “Ecône – point final“ die Anstöße, die schon damals weltweit empfunden wurden, zusammengestellt. Die Priesterbruderschaft hat nichts darauf zu erwidern gewußt und sich darauf beschränkt, den Kritiker zu diffamieren und nach Möglichkeit mundtot zu machen. Ist das christliche Apologetik? Die Priesterbruderschaft hat jedenfalls das Gegenteil damit erreicht, die Unzufriedenheit ist in Erbitterung übergegangen. Pater Barbara hat sich doch die Dinge nicht in einen Anfall von Bosheit einfach ausgedacht! Es sind keine Erfindungen, es läßt sich nicht als böswillige Verleumdung abtun, und die Priesterbruderschaft war sehr schlecht beraten, daß sie die Vorwürfe so behandelt hat! Es machte zuerst den Eindruck, daß sie einfach zu stolz und zu hoffärtig ist, sich gegen irgendeinen Vorwurf von irgendwem zur Rechenschaft ziehen zu lassen. Aber bei diesen Eindruck blieb es nicht, denn wenn die Sache sich hinzieht und neue Anschuldigungen dazukommen, auf die wieder nicht erwidert wird, dann kommt man langsam aber sicher zu der Erkenntnis, daß die Priesterbruderschaft nicht aus Hochmut, sondern aus Verlegenheit und schlechtem Gewissen die Antwort schuldig bleibt, weil sie eben nichts zu ihrer Verteidigung zu zagen hat. Sie wissen gar nicht, wie enttäuschend und beschämend das für diejenigen ist, die gerne zu Ihnen halten würden, und die sich vor aller Welt rückhaltlos für Sie eingesetzt, viel Ansehen an Sie – verschwendet haben. In wie vielen Gesprächen hatte ich selbst Anlaß, die Priesterbruderschaft gegen Vorwürfe in Schutz zu nehmen, und habe mich bemüht, dies mit Gründen zu tun, die mir eben einfielen, da die Priesterbruderschaft selbst mir keine Gründe lieferte. Mit wie wertvollen Bekannten und Freunden habe ich mich sogar überworfen, weil ich zur Priesterbruderschaft hielt, wo jene sie angriffen! Und wie ärgerlich ist es für mich, von Jahr zu Jahr klarer sehen zu müssen, daß nicht jene im Unrecht waren, sondern ich, weil das, was die Kritiker der Priesterbruderschaft sagten, stimmte, und die Entschuldigungen, die ich mir wohlmeinend ausdachte, eben nicht stimmten! Wie lange, meinen Sie wohl, macht ein ehrlicher Mensch das mit?

Das ist das Schlimmste, daß die Priesterbruderschaft in keinem einzigen mir bekannten Fall versucht hat, die gegen sie erhobenen Beschuldigungen zu entkräften. (Ich meine damit natürlich nur die von treuen Katholiken erhobenen Beschuldigungen. Als es in der Presse einmal schadenfroh hieß, ein Angehöriger der Priesterbruderschaft sei mit dem Bajonett auf den Papst losgegangen. da hat sie sich mit fast lächerlichem Eifer beeilt, diesen Vorwurf mit allen erdenklichen, zutreffenden und unzutreffenden Gründen im engen und im weiteren Kreis und in vielen Predigten zu widerlegen. Nein, am Stolz liegt es nicht!)

Ich sage: Das Schlimmste ist, daß die Priesterbruderschaft sich gegen alle traditionalistischen Vorwürfe darauf beschränkt, den Kritiker zu diffamieren und nach Möglichkeit mundtot zu machen. Sie scheint nicht zu spüren, daß sie mit diesem Verhalten nur ihre Freunde beleidigt, die Beschuldigungen aber auf die schlimmste nur mögliche Art bekräftigt.

Wenn Sie bei uns gegen die “Verleumdungen” predigen wollten, müßten Sie vor allem drei Dinge plausibel erklären können:

1 Mit welchem Recht erlaubt sich die Priesterbruderschaft, aus den Anordnungen, Lehren und Urteilen des Papstes, den Sie als ihren obersten Vorgesetzten, Lehrer und Richter anerkennt, nach eigenem Gutdünken auszuwählen, welchen sie gehorchen oder nicht gehorchen, glauben oder nicht glauben, sich unterwerfen oder nicht unterwerfen will? Und wenn mit dem Recht des vom Glauben erleuchteten Gewissens: Warum macht dieselbe Priesterbruderschaft ihren eigenen Angehörigen und den Laien der Meßzentren und allen anderen Priestern ein solches Gewissensrecht gegenüber dem Papst und dem Erzbischof Lefèbvre und gegen sich selbst durchaus streitig? Wieso hat nur sie ein vom Glauben erleuchtetes Gewissen, andere aber nicht, wieso darf sie danach handeln, andere aber nicht, wieso muß man ihr unbedingter glauben und treuer ergeben sein, als sie selbst dem Papst?

2 Warum zieht die Priesterbruderschaft die halbreformierte Liturgie Johannes’ XXIII. trotz deutlicher Verschlechterungen der ihres Namenspatrons, des hl. Pius X., vor? Warum verbietet sie ihren Angehörigen sogar bei Strafe des Ausschlusses aus der Bruderschaft, nach dem Ritus Pius’ X, zu zelebrieren, den sie doch weder ungültig noch schlecht nennen kann? Es ist für diese Entscheidung, die so viel Ärger, Kränkungen und Gefahren auf sich nimmt, weder ein dogmatischer noch ein liturgischer noch ein kirchenrechtlicher Grund erkennbar.

3 Zu welcher kirchlichen Disziplin – um nicht zu sagen: zu welchem seltsamen Typ von christlicher Ethik – will uns die Priesterbruderschaft erziehen, wenn sie einerseits “Religionsfreiheit“ und Ökumenismus und Liberalismus als Häresien ablehnt und für diese Ablehnung sogar gegen den Papst und die versammelten Väter des 2. Vatikanischen Konzils in Widerspruch tritt, sich aber andererseits nicht scheut, einen Laienverein und ein Meßzentrum nach dem andern mittels Unterschriftenaktion, Zellenbildung, Unterwanderung, bolschewistischer Mehrheitstricks, Vertragsschwindel und anderer nicht nur liberal-demokratischer, sondern ausgesprochen revolutionärer Methoden unter ihre Leitung zu bringen und innerhalb des von ihr geleiteten Bereichs dem lächerlichsten ‚Führerprinzip’ (oder ‘Personenkult ‘) zu huldigen und von ‚Säuberung’ zu ‘Säuberung’ zu schreiten und überall im Umkreis der Bruderschaft Zwietracht zu säen und Opposition zu unterstützen, ganz wie es die Welt von den sowjetischen Agitprop—Methoden gelernt hat (getreu dem Satz Lenins: “Die Partei kann sieh allen gegenüber alles erlauben”) um von den vielen unvergeßlichen Beleidigungen, die sie den vorkonziliar gesonnenen Katholiken im Namen der Kirche antut, zu schweigen?

Wenn Sie für diese Tatsachen, die zu leugnen sinnlos ist, weil Gott und die Welt Zeugen sind, vertretbare pastorale Gründe haben, so halten Sie uns doch diese bitte nicht länger geheim. Wenn wir auf unser eigenes Denken und Empfinden angewiesen sind, müssen wir notgedrungen die Gründe für wahr halten, die sich aus nüchterner Einschätzung der Tatsachen logisch nahelegen, und je mehr wir nachdenken müssen, desto klarer wird uns, daß diese logisch wahrscheinlichsten Grunde folgende sind:

1 Sie üben dem Papst und dem Konzil gegenüber nur eingeschränkten Gehorsam, weil das der ursprüngliche Grund Ihres Bestehens als Bruderschaft: ist, den Sie nicht preisgeben können, ohne sich aufzulösen. Sie wollen aber dasselbe Recht der Gewissenskritik anderen nicht zuerkennen, weil Sie dann schnell zu weiteren Konsequenzen und Gehorsamseinschränkungen genötigt wären, die nicht nur die andauernden Verhandlungen mit römischen Stellen unmöglich machen, sondern auch den inzwischen gewohnten Komfort Ihrer Einrichtungen gefährden würden. Hinzu kommt sicherlich der weitere Grund, daß Sie das Vertrauen und das Spendenaufkommen der Gläubigen nicht gerne mit anderen konkurrierenden Vereinigungen teilen oder gar an solche verlieren wollen.

2 Sie bestehen auf der “Johannesmesse um damit den kirchlichen Behörden zu dokumentieren, daß Sie die Liturgiereform grundsätzlich bejahen. bis zu einem ganz bestimmten Tag auch gehorsam mitvollzogen haben und schließlich auch die weiteren Änderungen mitvollziehen werden, sobald nur dieser oder jener besonders anstößige Punkt der sog. “Neuen Messe” entsprechend ihren Einwänden korrigiert wird, und sei es nur für den Gebrauch im privaten Bereich der Priesterbruderschaft. Mittels eines solchen Zugeständnisses seitens des hl . Stuhls meinen Sie “die große Wende“ einleiten zu können, die zur Überwindung der Krise führen soll, und dafür wollen Sie verhandlungsbereit und von den strengen Prinzipien der gregorianisch—lateinischen Liturgie frei bleiben .

3 Die entwürdigenden Methoden. mit denen sie die Macht über alle treukatholischen Einrichtungen an sich zu bringen bestrebt sind, lassen erkennen, daß Sie ihre Hoffnung in Wahrheit nicht auf Gott setzen, um allein Gottes Willen zu tun, sondern auf die Schwachen der Menschen, die Sie ausnützen, um die religiösen Geschicke der Katholiken nach ihren eigenen Vorstellungen zu beeinflussen. In diesem Geist können Sie natürlich nicht jederzeit und überall direkt die von den treuen Katholiken erkannte katholische Wahrheit im ganzen, sondern erst nur eine ganz bestimmte dialektische Antithese gegen ganz bestimmte Thesen des 2. Vatikanums vertreten , um so, nach dialektisch—revolutionären Theorien, mit oder gegen den Willen der aufgebotenen Katholiken zur ‚Synthese’ der ‘großen Wende’ zu kommen. Sie wollen eine Vereinigung päpstlichen Rechts werden; was Sie nur können, wenn Sie eine besondere Aufgabe erfüllen, etwa die, die enttäuschten Liebhaber lateinischer Riten unter die Autorität des hl. Stuhls direkt oder indirekt zurückzuführen. Dazu müssen Sie wenigstens dem Anschein nach die große Mehrheit der Liturgieliebhaber nach außen auch vertreten. Wenn Sie aber den Katholiken nur nach deren Wünschen priesterlich dienen und alles andere Gott überlassen, ohne auch Jurisdiktionsrechte unbedingter Art über die Gläubigen in Anspruch zu nehmen, dann hat Ihre etwaige “Versöhnung “mit “Rom” auf die vorkonziliaren Katholiken keinen nennenswerten Einfluß, die große Wende bleibt ein kleiner Schnörkel nachkonziliarer Gruppendynamik, es gibt für “Rom” an Ihnen kein besonderes Verdienst zu lohnen und keine unersetzliche Funktion anzuerkennen, und also auch keinen Sonderstatus für Sie.

Das sind die naheliegenden Vermutungen, zu denen das langjährige Verhalten der Priesterbruderschaft uns zwingt, und die in einer Predigt zu widerlegen und durch einleuchtende, niemanden beleidigende andere Erklärungen zu erübrigen heute keine leichte Sache mehr wäre. Es wäre wahrhaftig nur dann noch möglich, wenn die Priesterbruderschaft für alles tatsächlich gute Gründe hätte.

Könnten Sie die aufweisen, dann würde das sehr wohl etwas helfen! Es würde nicht nur die Verleumdungen widerlegen, sondern auch die Schwankenden festigen, die Treuen zu Jubel begeistern, schon ungläubig Gewordene wie mich zurückgewinnen. Warum tun Sie es nicht?

Weil Sie es nicht können. Sie hatten es sonst schon längst getan. Aber heimlich in den Vereinen revolutionäre Zellen aufbauen, die den Vorstand bei der nächsten Mitgliederversammlung schlagend überzeugen, daß ein Vorstand unwiderleglicher Theologie der falsche Vorstand ist, das kann die Priesterbruderschaft recht gut, damit überzeugt sie allemal, wenn nicht von Ihren treuen Katholizismus. dann doch von ihren überlegenen führungstechnischen Fähigkeiten. Wozu dann die öffentliche Predigt zu einem viel zu frühen Zeitpunkt?

Aber Sie könnten die Dinge vereinfachen, wenn Sie die oben vernuteten Grunde Ihres Verhaltens wenigstens nicht leugneten, sondern offen darlegten. Warum tun Sie auch das nicht? In der heutigen Zeit bedient sich doch alle Welt ganz offen revolutionärer Methoden, auch in den “Kirchen“ aller Konfessionen ist es gang und gäbe, man lernt es ja nirgends mehr anders, und auch Sie haben vielleicht in Ecóne, wer wieß, keine bessere Pastoral gelernt. Warum kann man das n:cht zugeben? Konnte nicht die unwissenden und unfreiwilligen, immer wieder vieles verderbenden Mitläufer zu bewußten, klugen und verständigen Mitrevolutionären heranschulen? Warum führen Sie uns nicht In Ihre Pläne ein, daß wir Sie uns zu eigen machen können? Die, die das nicht wollen, können sie ja dann immer noch hinaussäubern, wie Sie das auch so schon immer wieder müssen.  Warum nicht offen?

Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Entweder, weil Ihr Vorgehen bewußter Verrat an den gutgläubigen Katholiken ist, den Sie natürlich nicht eingestehen dürfen. wenn er gelingen soll, oder weil Sie selbst es eigentlich gar nicht so gewollt haben und wollen, sondern nur durch feiges und pharisäisches Nachgeben in gewissen entscheidenden Versuchungen hineingeraten sind. Ich möchte zu Ihren Gunsten letzteres annehmen.

Ob aber das eine oder das andere, es ist Beweis einer Glaubensschwäche, die sich nicht mehr zutraut, der Übernacht des Modernismus zu widerstehen und der Katholischen Kirche die Treue zu bewahren. Wie könnte auch eine Opposition gegen Papst und Konzil ohne Bischofsweihe noch Zukunftshoffnungen haben? Mit den Rücktritt Msgr. Lefèbvres von der Leitung der Priesterbruderschaft sind die Würfel gefallen: Nur Altersversorgung für die letzten Getreuen kann es noch geben, bei allmählicher Eingliederung’ der jüngeren Anhänger und der Bruderschaft selbst in die Konzilskirche; natürlich am besten als privilegierte Sondergruppe. Was dieser Sondergruppe vom Bekenntnis der Siebzigerjahre noch geblieben ist, ist nur noch großsprecherischer Kleinglaube: großsprecherisch genug, um von sich zu behaupten, er allein und niemand sonst werde ohne jede fremde Hilfe die katholische Kirche vor dem sicheren Untergang retten, und dabei doch so kleingläubig, dies mit den Mitteln der reinen katholischen Lehre, Sitte und Liturgie nicht mehr für möglich zu halten.

Dafür, lieber Herr P. Laroche, daß das leider schon seit Jahren so ist, dafur müssen wir alle uns nun schon jahrelang schämen.

Auch Sie schämen sich, geben Sie es doch zu. Was sonst ist denn der Grund, daß Sie denen, die die Zeitschrift “Kyrie eleison” haben, nicht mehr unter die Augen kommen wollen? Es tut mir leid, das ausgerechnet Ihnen schreiben zu müssen. Aber nachdem Sie sich haben nötigen lassen, die Haltung der Priesterbruderschaft einzunehmen — d.h. unser Meßzentrum zu boykottieren um dadurch den Widerstand allmählich erlöschen zu lassen und die Kritiker mundtot zu machen, kann ich Ihnen keinen besseren Dienst tun, als Ihnen meine Gedanken dazu klar und deutlich mitzuteilen und es Ihnen zu überlassen, welche Konsequenzen Sie daraus ziehen wollen .

Ihre uns erwiesene Freundlichkeit und Treue wird Ihnen unvergessen bleiben.

Mit herzlichem Gruß,

Ihr

P.S. Sie haben sicher Verständnis dafür, daß ich diese Angelegenheit auch der Zeitschrift “Kyrie eleison” zur Kenntnis bringe, die von Ihrem Entschluß ja ganz wesentlich mit betroffen ist.

 

Parole zum neuen Jahr: “Wachet und betet! ‘

Lukas 21, 34-36:

“In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch in acht, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Völlerei und Trunkenheit und mit den Sorgen dieses Lebens— und daß euch nicht plötzlich jener Tag (des Gerichtes) überrasche! Denn wie eine Schlinge wird er über alle kommen, die auf dem ganzen Erdkreis wohnen. Daher: Wachet und betet allezeit, damit ihr imstande seid, all dem, was da kommen wird, zu entrinnen und zu bestehen vor dem Menschensohn!“

 

 

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